Kräuterspirale

Als Kräuterspirale oder Kräuterschnecke wird ein dreidimensionales Beet bezeichnet, das zum optimierten Anbau von verschiedenen Küchen-, Gewürz- und Heilkräutern verwendet werden kann.
Erfunden wurde die Kräuterspirale von Bill Mollison, der den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedensten Kräutern und Gewächse auf engstem Raum gerecht werden wollte. Die Kräuterspirale bietet für viele Kräuterarten also den idealen Standort,  Lichtbedarf und Wasserzufuhr, aber auch die richtigen Bodenverhältnisse.
Das dreidimensionale Kräuterbeet basiert auf der permakulturellen Gestaltung.
Die Permakultur beschreibt eine Schaffung von nutzbaren Ökosystemen, welche sich selbst erhalten können, Nachhaltigkeit und naturnahes Gestalten spielen hierbei eine große Rolle.

Herkunft und Geschichte

Den dreidimensionalen Anbau von Kräutern in Spiralform entwickelte der Australier Bill Mollison.
Der aus Tasmanien stammende Naturfreund gründete 1978 ein Institut für Permakultur. Sein Konzept der Kräuterspirale basiert auf natürlich vorkommende Spiralformen sowie auf einer Inspiration durch die bekannten Sandmuster und den symbolischen Aspekt bezüglich dieser Gestaltung von den australischen Ureinwohnern.

Einteilung einer Kräuterspirale

Die Kräuterschnecke kann grob in vier einzelne Bereiche eingeteilt werden. Diese Areale bieten verschiedenen Gewächsen optimale Wuchsbedingungen.

Bereich 1 – Wasserregion
Durch die unmittelbare Nähe zu einem kleinen Wasserteich ist der Boden sehr nass.
Hier wachsen Kalmus, Brunnenkresse, Wasserminze und Bachbunge.

Bereich 2 – Feuchtregion
Der feuchte, humose Boden dieses Bereichs wird mit Komposterde aufbereitet. An diesem sonnigen Standort gedeihen Sauerampfer, Petersilie, Kerbel, Schnittlauch, Wilde Rauke und die Schlüsselblume.

Bereich 3 – Mäßige Region
Das Areal zeichnet sich durch relativ trockenen, humosen Boden und Halbschatten aus. Hier wachsen Oregano, Ysop, Arnika, Portulak, Zitronenmelisse und Kümmel.

Bereich 4 – Mittelmeerregion
Der durchlässige, trockene und nährstoffarme Boden wird mit Kalk aufbereitet, eine Drainage ist von Vorteil. Hier gedeihen Salbei, Bergbohnenkraut, Kamille, Thymian, Lavendel, Currykraut und Majoran.
Am Fuß, schattig stehend wächst Waldmeister, zwischen den Steinen, sonnig stehend gedeihen Tripmadam und Dachwurz.

Kräuterspirale anlegen – Bauanleitung

Wenn Sie im heimischen Garten einen Kräutergarten anlegen wollen, der ideale Wuchsbedingungen für die einzelnen Gewächse bietet, ist das Konzept des dreidimensionalen Beetes unter Berücksichtigung der permakulturellen Gestaltung eine lohnenswerte Methode.
Jedoch müssen beim Bau einer Kräuterschnecke bestimmte Kriterien beachtet werden.
Für eine vereinfachte, weniger aufwendige Gestaltung ist die Kräuterspirale als Bausatz erhältlich.

Während der gesamten Vegetationsperiode kann ein dreidimensionales Beet für Kräuter angelegt werden. Es sollte im Idealfall frei zur Sonne stehen. Für eine Erstbepflanzung eignen sich zunächst 12 bis 16 verschiedene Kräuterarten, damit die Anlage nicht zu üppig wird. Für eine harmonische Gestaltung ist eine Grundfläche von 3 bis 7 Quadratmetern nötig, die optimale Höhe der Anlage beträgt 1 Meter.
Beginnen Sie mit dem anlegen des Miniteichs, dieser sollte in Richtung Süden zeigen. Verwenden Sie Teichfolie oder nutzen Sie bereits fertige Teiche als Bausatzelement. Der Teich sollte etwa 40 Zentimeter tief sein und einen Durchmesser von 2 Metern nicht unterschreiten. Es empfiehlt sich, unter die Folie eine etwa 4 Zentimeter dicke Schicht Sand anzuhäufen.
Vom Teich aus beginnend wird nun die Spiralform auf den Boden gezeichnet und mit Stöcken festgelegt. Die Mauern aus Stein müssen von außen nach innen aufsteigend angelegt werden. Feldsteine oder Kalksandsteine sind hier bestens geeignet. Achten Sie beim Anlegen darauf, dass sich die Spirale Richtung Süden öffnet. In der Mitte der Spirale schütten Sie Bauschutt auf, bis eine Höhe von 80 Zentimetern bis zu 1 Meter erreicht ist. Von dort aus bis hinunter zum Miniteich soll sich die Höhe der Spirale verringern, bis schließlich am Ende die Schicht aus Bauschutt ausläuft.
Für die Befüllung der Anlage verwenden Sie verschiedene Substrate, welche sich nach den Bedingungen für die jeweiligen Bereiche des Beetes richten. Die Areale in der Nähe des Teichufers werden mit Gartenerde und Kompost aufgefüllt. Aufsteigend gegen Sie dann anstatt Kompost Sand oder Kalk zum Substrat hinzu.
Ist der Bau des dreidimensionalen Beetes abgeschlossen, sollten Sie einige Regengüsse abwarten, bis Sie dann mit der Bepflanzung beginnen.
Bei Bedarf können Sie bereits gemischtes Substrat nachfüllen.

Wenn Sie mit der Bauart eines dreidimensionalen Beetes noch nicht vertraut sind, bietet sich als Alternative zum eigenständigen, recht zeitintensiven Anlegen eine Kräuterspirale als Bausatz an.
Diese Bausätze sind in verschiedenen Größen, Gestaltungen sowie aus unterschiedlichen Materialien erhältlich.
Mittlerweile können Sie sogar Minibausätze für den Balkon oder die Fensterbank erwerben.
Bei den kleineren Modellen fehlt jedoch die Möglichkeit der Bewässerung, die feuchten Pflanzareale fallen daher weg. Dies entspricht zwar nicht der eigentlichen Ideologie der permakulturellen Gestaltung, dennoch können Gewächse mit einer Vorliebe für trockenere Böden so gut angepflanzt werden. Auch die aus Tonmaterialien bestehenden Kräutertöpfe mit verschieden großen Öffnungen machen sich das Prinzip der permakulturellen Gestaltung zu Nutze.