Rasenpflege


Wer einen Rasen sein eigen nennen möchte, der samtig dicht und sattgrün den Garten bereichtert, der muss ihn hegen und pflegen. Glücklicherweise ist die optimale Rasenpflege keine Geheimwissenschaft, sondern für jedermann leicht zu verwirklichen.
Wie eigentlich alle anderen Pflanzen auch benötigt das Gras den richtigen Boden, Licht, Luft und die passende Nahrung, um bestmöglich zu wachsen. Für die speziellen Ansprüche einer Rasenfläche gibt es zusätzlich einige grundlegende Gartenpflege-Tipps:

Rasenpflege – 1. Das Mähen

Wie bei einem Busch, der nach dem Schnitt deutlich dichter wächst, verzweigen sich auch Graspflanzen bei häufigem Mähen öfter am Wurzelansatz und bilden dort mehr Halme aus. Daher ist regelmäßiges Mähen Pflicht, wenn der Rasen einem üppigen grünen Pelz möglichst ähnlich werden soll. Das klappt übrigens viel besser, wenn man häufiger und dafür nicht so viel abmäht. Unregelmäßige Radikalschnitte hinterlassen hingegen braune Halmstrünke, da durch hohes Gras zu wenig Licht zu den unteren Halmabschnitten gelangt, um grün zu bleiben.
Ein genereller Richtwert für den Rasenschnitt ist daher, dass nicht mehr als ein Drittel der Halmlänge ab muss. Dabei sind je nach Funktion des Rasens verschiedene Endlängen empfehlenswert. So hat sich bei Spielrasen eine Länge von maximal 6 cm bewährt, bei Gebrauchsrasen 3,5 bis 5 cm und bei Zierrasen sogar nur 2 bis 3,5 cm.
Gebrauchsrasen sollte man für hohe Strapazierfähigkeit alle 7 bis 10 Tage mähen, Zierrasen besser noch öfter. Dann muss bei letzterem das zarte Schnittgut nicht weggeharkt werden, sondern kann als Dünger und feucht haltender Mulch liegenbleiben. Allgemein gilt, dass, je besser der Boden und die Nährstoffversorgung sind, eher häufiger gemäht werden kann und sollte, da das Gras ja unter besseren Bedingungen schneller wächst.
Absolutes Muss bei der Rasenpflege sind scharfe Rasenmähermesser. Sind die Messer Ihres Rasenmähers stumpf, dann reißen sie die Grasspitzen ab anstatt glatt abzuschneiden. Das lässt die oberen Halmbereiche austrocknen und vergilben.
Ungünstig ist das Mähen nach starkem Regen, weil die Halme dann nass und schwer sind. Dadurch werden sie beim Abschneiden stärker eingerissen als nötig. Aber auch bei zu hohen Temperaturen über 30°C und starker Sonneneinstrahlung ist das Rasenmähen für die Graspflanzen eine Tortur, weil sie durch die Schnittstellen zu stark austrocknen.

Rasenpflege – 2. Das Wässern

Auch die Wassergabe an den Rasen sollte ein selbstverständlicher Teil der Gartenpflege sein, sonst reagiert er bald mit schlechtem Wachstum und braunen Stellen. Je nach Bodenart ist es in der Wachstumssaison von April bis Oktober nötig, mehrmals wöchentlich zu wässern. Bei sandigem Boden und Sommerhitze kann dies sogar täglich erforderlich sein.
Besondere Sorgfalt benötigt dabei ein frisch angelegter Rasen. Er verfügt noch nicht über tief reichendes Wurzelwerk und kann durch Austrocknung schnell im Wachstum gehemmt werden.
Wichtig ist, dass der Boden in Trockenphasen durch das Wässern 10cm tief durchfeuchtet und nicht nur an der Oberfläche angefeuchtet wird. Deshalb sollte dann jeder Rasenabschnitt bis zu zwanzig Minuten durchdringend gewässert werden.
Die beste Zeit zum Rasensprengen im Sommer ist der späte Nachmittag oder frühe Abend. Wenn die Sonne nicht mehr so viel Kraft hat, kann sie das gewässert Gras nicht mehr durch den Brennglas-Effekt der Wassertropfen verbrennen. Außerdem verdunstet das Wasser langsamer und steht so den Pflanzen länger zur Verfügung.

Rasenpflege – 3. Das Düngen

Während der Wachstumssaison, also von April bis Oktober empfehlen sich zur Rasenpflege Düngegaben mit speziellem Rasendünger alle sechs bis acht Wochen. Langzeitdünger ist dabei dem preiswerteren Blaukorn vorzuziehen, denn letzteres bewirkt nur schnelles, starkes Emporschießen des Grases und macht dadurch häufigeres Mähen notwendig.
Bester Zeitpunkt zum Düngen ist an einem trüben Tag vor Regen. Bietet sich kein Niederschlag an, sollte man die gedüngte Fläche wässern, damit sich das Düngegranulat auch komplett auflöst und in den Boden einsickert. Andernfalls drohen nämlich unschöne Brandstellen im Rasen.
Färbt sich das Gras gelb-rötlich, ist das häufig ein Hinweis auf Stickstoffmangel. Hier ist zügiges Düngen anzuraten. Generell sollte man aber schon darauf achten, nicht zu überdüngen, da sich auch auf zu nährstoffreichem Boden leichter Schimmelpilze und Krankheiten ausbreiten.

Mehr zum Thema: Rasen düngen

Rasenpflege – 4. Das Vertikutieren

Der Vertikutierer besitzt eine Messerwelle, die mit zahlreichen Widerhaken besetzt ist. Damit dringt er senkrecht in die oberen Millimeter des Bodens ein und reißt verfilzte Wurzeln, Moosflechten und abgestorbenes Gras aus. Für ein gleichmäßiges Ergebnis bewegt man den Vertikutierer einmal in Längs- und dann in Querrichtung über die Rasenfläche.
Nach diesem Schritt der Gartenpflege sieht der Rasen meistens ziemlich gerupft aus. Doch seine Wurzeln bekommen nun wieder besser Luft, sodass er sich schnell erholt und bald kräftiger sprießt als vorher. Da die Graspflanzen beim Vertikutieren aber doch leicht angegriffen werden, führt man diesen Rasenpflege-Schritt nur ein- bis zweimal im Jahr durch.

Mehr zum Thema: Rasen vertikutieren

Rasenpflege – 5. Unkraut und Moos entfernen

Der Hauptfeind eines gut gewässerten Rasens ist wohl das Moos. Zur Rasenpflege kann regelmäßiges Vertikutieren eine wirksame Methode gegen Moos und Unkraut im Rasen sein. Grundsätzlich ist Moos aber ein Anzeichen für eher sauren Boden. Deshalb kann es durch regelmäßiges Kalken der Rasenfläche vertrieben werden.
Andere Unkräuter, wie Löwenzahn, kann man entweder (recht mühsam) ausstechen oder durch Rasendünger mit Unkrautvernichter bekämpfen.
Generell gilt aber, dass sich Beikräuter vor allem in einem geschwächten, nicht optimal gepflegten Rasen, an schattigen Standorten oder bei verdichtetem Boden in der Rasenfläche breit machen.

Rasenpflege im Frühjahr

Um den Rasen im Frühjahr auf die kommende Wachstumssaison vorzubereiten, gilt es, einige Schritte zur Rasenpflege im Frühjahr zu beachten:

  1. Das erste Mal wird gemäht, wenn das Gras deutlich mit dem Wachstum begonnen hat. Dies ist meistens Ende März bis April der Fall.
  2. Vor dem ersten Mähen sollte man Laub und Zweige abharken. Feuchte Stellen, die darunter zum Vorschein kommen, lässt man abtrocknen.
  3. Maulwurfshügel sollten eingeebnet und ihre Erde verteilt werden.
  4. Beim der ersten Rasenpflege im Frühjahr sollten nur die Spitzen geschnitten werden. Bei den darauffolgenden Schnitten hält man dann wieder die empfohlenen Längen ein.
  5. Nach dem Mähen wirkt das Vertikutieren erfrischend und verjüngend auf den Rasenwuchs.
  6. Kahle Stellen, die nach dem Vertikutieren in der Rasenfläche sichtbar werden, werden nachgesät. Das Andrücken/Anwalzen der Grassamen nicht vergessen!
  7. Gegen Moos wird der Rasen gekalkt. Danach sollte man eine kurze Pause einlegen, bevor man zum letzten Schnitt der ersten Rasenpflege im Frühjahr kommt.
  8. Das Düngen kräftigt den Rasen und bewirkt eine schnelle Erholung nach dem Vertikutieren.

Rasenpflege im Herbst

Damit der Rasen gut vorbereitet in den Winter geht, sollten Sie besondere Rasenpflege im Herbst betreiben. Hier sind folgende Schritte sinnvoll:

  1. Mindestens einmal wöchentlich sollte herabgefallenes Laub entfernt werden, damit der Rasen atmen kann und nicht versäuert.
  2. Gemäht wird weiterhin regelmäßig. Das letzte Mal Ende Oktober/Anfang November. Für den Winter lässt man besser 5 bis 6cm stehen, da längere Halme mehr knappes Winterlicht einfangen können.
  3. September bis Mitte Oktober wird noch einmal vertikutiert.
  4. Nach dem Vertikutieren erfolgt als wichtiger Schritt der Rasenpflege im Herbst die letzte Düngung. Spezieller Herbstdünger enthält weniger Stickstoff und dafür mehr Kalium, welcher die Grashalme weniger frostanfällig macht.