Rasen vertikutieren – Unkraut adé dank Vertikutierer


Der Winter ist vorbei, der Frühling hält Einzug: Doch der schöne Rasen im Garten hat den Winter nicht so gut überstanden wie erhofft. Oft wächst im Rasen im Frühjahr mehr Moos, Rasenfilz und Unkraut als eigentlicher Rasen. Das sieht ungepflegt und wild aus und ist auf Dauer auch schlecht für die Graspflänzchen, da sie vom Unkraut verdrängt werden. Abhilfe schafft hier das Vertikutieren.
Das beste Ergebnis erzielen Sie hier, wenn Sie mit den richtigen Gartengeräten und zur richtigen Zeit arbeiten. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Rasen vertikutieren alles beachten sollten.

Warum Rasen vertikutieren?

Das Vertikutieren bringt viele Vorteile mit sich, die nicht unterschätzt werden sollten. Durch das leichte Anritzen der Grasnarbe mit den Messern/Federn des Vertikutierers kann oberflächliches Unkraut wie Moos oder Mulch leicht entfernt werden, der Rasen hat also wieder mehr Platz, sich auszubreiten, und bekommt wieder deutlich mehr Sonnenlicht zu spüren. Durch das Vertikutieren wird der Rasen auch leicht aerifiziert – der Boden wird etwas gelockert und die Graspflänzchen bekommen mehr Luft, die Sie unbedingt zum Wachsen benötigen (Photosynthese).
Nachdem der Rasen vertikutiert wurde, kann der Boden und damit auch die Graswurzeln wieder deutlich besser Nährstoffe und Wasser aufnehmen. Der Rasen wird dichter, strapazierfähiger und wächst schneller und in sattem Grün.

Wann Rasen vertikutieren?

Moos im Rasen - Kalken und Vertikutieren hilft

Moos im Rasen – Kalken und Vertikutieren hilft

Stark vermoosten Rasen sollten sie ein- bis zweimal im Jahr (Frühjahr und Herbst) vertikutieren, bis sich eine gesunde und dichte Rasenfläche gebildet hat.
Prinzipiell können Sie Ihren Rasen jederzeit Vertikutieren – egal ob Frühling, Sommer oder Herbst. Das beste Ergebnis erhalten Sie jedoch, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt abpassen: Zum Vertikutieren ist vor allem das Frühjahr geeignet. Nutzen Sie die Zeit, in der Ihr Rasen den ersten Wachstumsschub im Frühling bekommt. Das ist meist Anfang oder Mitte März, in kühleren Regionen auch Anfang April.
Denn zu dieser Zeit kann sich der Rasen besonders zügig erholen, wenn Sie ihm die richtige Rasenpflege zukommen lassen. So sollten Sie Ihren Rasen nach erfolgreichem Verkutieren düngen, um die Graspflänzchen wieder zu stärken. Hier können Sie auch zu Langzeitdünger greifen. Achten Sie aber darauf, dass die Grasnarbe trocken ist: es sollte längere Zeit nicht geregnet haben. Sonst können Sie unter Umständen die Grasnarbe beschädigen und statt dem ungeliebten Unkraut die Graswurzeln heraus reissen.
Machen Sie vor dem Vertikutieren auch einen PH-Test Ihres Bodens: Ist der Boden übersäuert, hilft eine Schicht Kalk den Boden wieder zu Neutralisieren. Wollen Sie kein Geld für einen Bodentest ausgeben, helfen andere Indizien weiter: Moos, Klee und Unkraut bevorzugen sauren Boden.
Zwei Wochen, nachdem Sie Ihren Rasen gekalkt haben können Sie den Rasen düngen. Nutzen Sie dazu einen stickstoffhaltigen Dünger, der Rasenwachstum fördert. Nach wiederrum zwei Wochen sollten Sie den Rasen mähen. Anschließend können Sie das Ihren Rasen vertikutieren.

Einen gesunden Rasen ohne Moos- und Unkrautbefall sollten Sie übrigens nicht Vertikutieren: Das Aufritzen der gesunden Grasnarbe schadet eher, als dass es hilft. Generell ist jede mechanische Beanspruchung schlecht für die Rasenfläche. Für Sportplätze gibt es deshalb auch eigenen, sehr widerstandsfähigen Sportrasen.

Rasen richtig vertikutieren

Ihren Rasen vertikutieren Sie am besten mit einem Elektro- oder Handvertikutierer. Diese Gartengeräte ritzen die Grasnarbe leicht mit einem Messer oder kleinen Stahlfedern an, das oberflächlich wachsende Moos wird dabei angegriffen und kann nach dem Vertikutieren leicht entfernt werden. Mit unserer einfachen Schritt-für-Schritt Anleitung erfahren Sie, wie Sie mit dem Vertikutierer richtig umgehen und Ihren Rasen richtig vertikutieren:

Rasen kalken

Ist Ihr Boden übersäuert? Das sollten Sie vor dem Vertikutieren auf jedenfall überprüfen. Am Besten eignet sich dazu ein Boden-PH-Test. Auch Moos und Klee sind Indizien für einen übersäuerten Boden. Den PH-Wert Ihres Bodens können Sie mit Kalk wieder in die richtige Richtung lenken: Der Kalkstaub „zieht“ in den Boden ein und neutralisiert den Säuregrad. Das Kalken kann in Zukunft recht zuverlässig vor neuem Moos oder Unkrautbefall schützen.
Ein Tipp: Geben Sie einfach ein wenig Kalk auf die letzten Schneereste, sodass dieser gut einziehen kann. Anschließend warten Sie etwa zwei Wochen, damit sich der PH-Wert neutralisieren kann.

Rasen düngen

Egal, ob Sie Ihren Rasen gekalkt haben, oder nicht: Vor dem Vertikutieren sollten Sie Ihren Rasen mit Nährstoffen versorgen. Das gelingt am Besten mit einem stickstoffhaltigen Dünger, den Sie auf der gesamten Grasfläche verteilen sollten. Im Anschluss sollten Sie Ihrem Rasen noch einmal zwei Wochen zeit geben, um den Dünger ganz aufnehmen zu können.

Bei hartnäckigem Moosbefall lohnt sich hier auch ein Moosvernichter. Diesen verteilen Sie bestenfalls zehn Tage vor dem Vertikutieren auf Ihrer Rasenfläche, den Rasen dürfen Sie trotzdem düngen. Viele Moosvernichter gibt es als Mischung mit Dünger zu kaufen, sozusagen eine zwei-in-eins Lösung. Achten Sie bei Moosvernichtern auf Herstellerempfehlungen zur Verwendung.

Rasen mähen

Vor dem Vertikutieren sollten Sie Ihren Rasen bis auf eine recht kurze Länge abmähen. Stellen Sie Ihren Rasenmäher wenn möglich auf eine Höhe zwischen zwei und höchstens vier Zentimeter ein, damit der Vertikutierer richtig arbeiten kann. Warten Sie anschließend bestenfalls einen ganzen Tag, bevor Sie mit dem Vertikutieren beginnen.

Rasen vertikutieren

Vertikutieren Sie Ihren Rasen nur, wenn der Boden trocken ist, da Sie sonst unter Umständen die komplette Grasnarbe herausziehen können und somit Ihrem Rasen nachhaltig Schaden zufügen können.
Zunächst müssen Sie die Arbeitstiefe Ihres Vertikutierers richtig einstellen. Wählen Sie hierfür bevorzugt eine Schnitttiefe zwischen drei und fünf Millimetern – je nach Verfilzungsgrad und Ausmaß eines Moos- und Unkrautbefalls. Die Arbeitstiefe können Sie je nach Modell über die Höhe des Rades oder die Tiefe der Messerwelle einstellen. Je stärker sich das Unkraut auf Ihrem Rasen ausgebreitet hat, desto tiefer sollten Sie dementsprechend in den Boden eindringen. Vertikutieren Sie Ihren Rasen regelmäßig, reicht eine Schnitttiefe von drei Millimetern völlig aus.

Wenn Sie nun mit dem Vorgang starten, sollten Sie beachten, dass Sie immer nur in eine Richtung hin arbeiten. Ist Ihr Rasen nur leicht oder mäßig von vermoost oder von Unkraut befallen, reicht es völlig, einmal mit dem Vertikutierer über den Rasen zu fahren. Bei viel Unkraut und Moos im Rasen sollten Sie die Bahnen zunächst längs und im Anschluss daran nochmals quer vertikutieren, um jegliches Unkraut zu vernichten.

Fahren Sie mit dem Vertikutierer in einem gleichbleibenden Tempo über die Grasfläche und vermeiden Sie lange Standzeit auf einem Punkt, um die Grasnarbe zu schonen und Schäden zu vermeiden.

Beim Wenden sollten Sie den Vertikutierer kurz anheben, sodass die Federstahlmesser keinen Kontakt mehr zum Boden haben.
Denn auch beim Wenden kann es zu Schäden kommen, wenn die Messer in den Boden eindringen.
Neuere Geräte verfügen über einen speziellen Führungsholm, weswegen Sie diese Vertikutierer nicht anheben müssen. Die Messer fahren automatisch nach oben und haben somit keinen Bodenkontakt mehr.

Benutzen Sie einen Vertikutierer ohne Fangsack, sollten Sie das herausgezupfte Moos und Mulch noch mit einem Rechen von der Rasenfläche entfernen.

Rasenpflege & Nachsäen

Nach dem Vertikutieren ist der Rasen meist kein „schöner“ Anblick. Klar, erst jetzt wird ersichtlich, wie stark sich Moos und Unkraut im Rasen verbreitet haben. Um Ihrem Rasen nach dem „Peeling“ eine Verschnaufpause zu gönnen, sollten Sie etwas stickstoffhaltigen Dünger auf der Grasfläche verteilen. Sollte es längere Zeit nicht regnen, sollten Sie Ihre Rasenfläche ausreichend bewässern. So wächst das Gras schneller und deutlich dichter nach und kann kleine kahle Stellen wieder schließen.

Dichter oder lehmiger Boden sollte nach dem Vertikutieren nachhaltig aufgelockert werden. Hier sollten Sie eine Schicht groben Bausand auf der Rasenfläche verteilen.

Vermeiden Sie es des Weiteren, den Rasen direkt nach dem Vertikutieren häufiger zu betreten. Das kann die Graspflänzchen verletzen und verdichtet nur unnötig den Boden, den Sie mit dem Vertikutierer mühevoll „aufgelockert“ haben.

Bei größeren kahlen Stellen sollten Sie Ihren Rasen nachsäen. Je nach Rasentyp gibt es hier den passenden Saattypen, viele Rasenarten sind auch sehr widerstandsfähig. Achten Sie beim Kauf darauf, kein Billig-Saatgut zu kaufen.